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Back to Backpack(ing) – Thailand

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Fast genau zehn Jahre seit der Rückkehr von meiner sechsmonatigen Work-and-Travel-Tour durch Australien packe ich wieder einen Backpack. Als wir den Flug buchen, machen sich gemischte Gefühle breit: Vorfreude, Aufregung, Herzklopfmomente. Und Selbstzweifel: Bin ich nicht zu alt für den Scheiß? Nein, bin ich nicht. Denn als ich zum ersten Mal „meinen“ Backpack aufsetze und in den Spiegel schaue, funkeln meine Augen: Here we go again, back to the roots. Back to Backpacking!

Mein riesiger McKinley-Backpack von damals, schon 2006 ein vererbtes Relikt meines Onkels, reist derzeit mit meinem Bruder durch Neuseeland. Ich frage mich ja, wie der Oldtimer, der schon vor einigen Jahren fast auseinander gebröckelt ist, das noch durchsteht, aber das ist ja nicht mein Problem. Sondern das von Simon. Wahre Geschwisterliebe.
Unser Ziel für dieses Jahr: Thailand – das perfekte Land für Asien-Anfänger wie uns und das perfekte Land für Backpacker-Anfänger wie Manu und seine Schwester Christin, die mit uns kommen wird. Das haben wir uns zumindest sagen lassen. Die Ansprüche mit 30 an eine zweiwöchige Reise in den südostasiatischen Sommer sind sicherlich anders als die, die wir mit 19 an eine halbe Weltreise hatten. Mittlerweile gehören wir wohl auch eher zu den Flashpackern, die Luxusvariante der Low-Budget-Traveller, die dann für ein paar Scheinchen mehr doch lieber in einer anständigen Unterkunft absteigt und sich statt des 12-Bett-Dorms ein Doppelzimmer leistet. Glaube ich zumindest; bis ich höre, wie Manu und Christin schon einen Drei-Tages-Trip in den thailändischen Dschungel zu irgendwelchen Bergdörfern planen. Äh… da müssen wir wohl nochmal drüber reden. Fakt ist auf jeden Fall: ein neuer Backpack muss her.

Die Vorbereitung

How to… wie finde ich den richtigen Backpack?

Auf die Größe kommt es an
Wie so oft im Leben einer Frau kommt es auch beim Backpack auf die Größe an, genau genommen auf das Volumen. Aber wie viele Liter Backpack sind denn überhaupt sinnvoll? Ich selbst habe versucht zu recherchieren, habe mich in diversen Outdoorläden von Experten beraten lassen und habe unzählige Blogbeiträge und Erfahrungsberichte gelesen. Und immer wieder bin ich auf die gleiche Aussage gestoßen: „Kommt drauf an.“ Tja, ich würde sagen, alles klar, oder? Auch ich weiß natürlich, dass alle Ansprüche, Erwartungen und Reisen unterschiedlich sind. Während dem einen 45 Liter für eine Weltreise genügen, wissen andere nicht, wohin mit ihren Sachen in einem 75-Liter-Backpack. Wie viele Liter braucht man also wirklich? Ich möchte euch ein paar Hilfestellungen geben, mit denen ich das für mich richtige Volumen und auch den richtigen Backpack gefunden habe:

Wohin?

Wohin geht meine Reise und was benötige ich dafür? Brauche ich nur Sommerkleidung oder reise ich ein ganzes Jahr einmal durch alle Jahreszeiten? Denn natürlich macht es einen Unterschied, ob ich für zwei Wochen in den thailändischen Sommer fliege oder eine zwölfmonatige Weltreise mache. Befinde ich mich größtenteils in der Nähe von Zivilisation (kaufen man grundsätzlich alles) oder bin ich für längere Zeit in der Wildnis, für die ich auch entsprechend ausgestattet sein sollte?

Was habe ich vor?

Was habe ich auf meiner Reise und dabei vor allem mit meinem Trekking-Rucksack vor? Ist der Backpack eigentlich nur ein Ersatz für den Koffer oder plane ich tatsächlich lange Strecken mit ihm zu Fuß zurückzulegen?

Was will ich mitnehmen?

Was will ich mitnehmen? Aus meiner Sicht macht es keinen wirklichen Unterschied, ob man zwei Wochen wegfährt oder ein ganzes Jahr auf Weltreise geht. Überall auf der Welt gibt es Waschsalons und Wäscheservice. Mehr Kleidung als für etwas mehr

Good to know

Zusatzvolumen macht vieles leichter (oder schwerer – je nachdem wie man es nimmt)! Oft werden die Literangaben mit einem +10 oder +15 gemacht. Das heißt, der Rucksack besitzt Reservefächer (meist oben am großen Fach), die man im Zweifel „ausbauen“ kann und so zusätzliches Volumen entsteht. Wozu das gut ist? Erstens, wenn ihr auf Reisen seid, packt ihr den Rucksack nicht nach jedem Stopp sauber auf’s Neue. Meist muss es schnell gehen und man knuddelt alles recht unkoordiniert oben rein. Spart Zeit, kostet in der Regel aber Platz. Bedenkt zweitens auch, dass man überall auf der Welt irgendetwas Neues kauft. Wer also 45+10 zur Verfügung hat und schon zum Start der Reise 55 Liter einpackt, der wird es beim Rückflug ein paar Wochen oder Monate später sehr, sehr schwer haben.

Für mich war klar, dass ich diese Investition nicht nur für Thailand mache, sondern einen „Allround-Backpack“ kaufen möchte, den ich auch für einen längeren oder aufwendigeren Trip nehmen kann. Backpacks kauft man schließlich nicht wie neue T-Shirts. Deshalb, und weil ich damals mit (viel zu vielen, aber dennoch voll ausgeschöpften) 75+10 Litern durch Down Under getigert bin, war für mich klar, dass alles unter 55 Liter auf keinen Fall in Frage kommt. Für uns ist der Backpack primär ein Kofferersatz. Und selbst, wenn sich die beiden anderen durchsetzen und wir drei Tage durch den thailändischen Dschungel pilgern, werden wir garantiert nur mit einem Daypack losziehen. Ich habe mich daher nun für einen Backpack entschieden mit 60+10 Litern. Für mich die perfekte Größe mit ein bisschen Luft nach oben.

Und das ist er:

der Deuter Air Contact 60+10 SL

Ganz wichtig: Die Literangaben sind keine Kilo-Angaben! Mein Backpack wird später (hoffentlich) maximal 15 kg Gewicht haben.

Wichtige Features

Was mein Backpack unbedingt haben sollte

Eine sinnvolle Fächeraufteilung
Und nicht nur ein großes schwarzes Loch. Vergleichbar mit der Handtasche einer Frau: Je mehr einzelne Fächer, umso mehr Ordnung, umso schneller geht’s, wenn man etwas sucht. Ganz wichtig für mich: die sogenannte Frontladung, also ein Reißverschluss vorne, sodass der Backpack wie eine Reisetasche geöffnet werden kann. Denn, wenn man jedes Mal einen Durchmesser von 30 oder 40 cm Topload hat, um nach diesem einen Shirt zu suchen, macht es keinen Unterschied, ob der Rucksack 45 oder 75 Liter hat. Alles was zählt, sind dann für die gesamte Reise nur die drei Shirts oben drauf.

Ein gutes Rücken- bzw. Tragesystem
Sind alle wichtigen Tragepunkte individuell auf mich und meinen Körper einstellbar? Jeder Mensch ist anders. Was für den einen super bequem ist, stört und zwickt den anderen. Deshalb gilt in jedem Fall: Kauft niemals einen Backpack, den ihr nicht vorher anprobiert habt. Gibt es ein spezielles System für den weiblichen Körper? Durch die Brust, ein breiteres Becken und einen kürzeren Rücken ist unsere Anatomie komplett unterschiedlich als die der Männer, darauf sollte auch euer Backpack ausgelegt sein. Stellt euch folgende Fragen: Kann ich die einzelnen Träger einfach verstellen, auch wenn ich den vollen (!) Backpack aufgeschnallt habe? Drückt es an irgendeiner Stelle bereits beim Probetragen? Und hierbei ganz wichtig: Wie viel Gewicht hat der Rucksack beim Probetragen? Es macht definitiv einen Unterschied, ob der Rucksack leer ist, mit 7 Kilo beladen ist oder wirklich mit 15. Für diejenigen, die nicht online kaufen, sondern in ein Sport-, Outdoor- oder Fachgeschäft gehen wollen, ist das ein Indiz für eine qualitative Beratung. Gute Läden bieten unterschiedliche Gewichte und helfen euch beim „Umladen“.

Ich habe meinen Backpack bei den Experten von Globetrotter gekauft. Ich wurde vor Ort super professionell beraten und die Verkäufer sind selbst „Backpacking-erprobt“, was ein enormer Mehrwert ist. Obwohl ich selbst schon mit dem Rucksack unterwegs war, habe ich viele neue Tipps bekommen.

Hier wurde mir auch gezeigt, wie ich den Backpack richtig auf meinen Körper justiere, was ich euch gerne zeigen möchte:

1.

Backpack auf’s Knie hieven, von dort aus aufsetzen. Nie direkt vom Boden nehmen, euer Lendenwirbel wird es euch danken!

2.

Zuerst die Hüftgurte schließen. Bei guten Tragesystemen ist extra für den Hüftknochen eine Kuhle vorgesehen und die Höhe des ganzen Tragesystems variabel auf die Körpergröße anpassbar. Wichtig: Der Gurt sitzt direkt auf dem Hüftknochen. Dann richtig festziehen. Hier wird später der Großteil des Gewichtes liegen, denn hier haben wir die stabilste Position und meiste Körperkraft. Das ist im Übrigen ein dicker Pluspunkt der Deuter Rucksäcke und deren Air Contact System!

3.

Schultergurte anziehen. Und, wenn vorhanden den Backpack über die Gurte „hinter den Ohren“ näher zum Körper ziehen

4.

Bei Bedarf die Schultergurte wieder lockern, sodass der Backpack bequem sitzt. Hier kann man im Übrigen später auch auspendeln, ob man das Gewicht mehr oder weniger auf die Schultern oder das Becken verlagern will.

Hochwertige Verarbeitung
Ein gutes Material, das gegen Hitze und Feuchtigkeit Bestand hat, ist die halbe Miete. Stabile Reißverschlüsse, Schnallen und Trägerschnüre, die „flutschen“ und nicht stocken oder schwer zu verstellen sind, die andere.

Last but not least: das Budget
Man geht nicht Backpacking, schläft in günstigen Hostels, um zuvor ein halbes Vermögen für einen Backpack auszugeben. Mir war es wichtig, sehr gute Qualität und vor allem ein bequemes Tragesystem zu einem fairen Preis zu erhalten, deshalb habe ich mich für den Deuter Air Contact entschieden. (Die anderen beiden Mitreisenden übrigens auch.)

Und das merkt man. Vergleichbare Marken konnten bei Tragekomfort, praktischen Features und noch dazu coolen Farben (das Auge backpackt schließlich mit) nicht mithalten. Was ich außerdem super finde: Deuter hat strenge Auflagen und verhindert einen Preiskampf. Sie wissen um ihre Qualität und dass eine gute Beratung durchaus Sinn macht. Deshalb werdet ihr die Backpacks von Deuter bei keinen reinen Online-Händlern finden.

Hier also meine Tipps:

Für die Mädels: Deuter Air Contact 60+10 SL
(Bei den Deuter Rucksäcken erkennt ihr übrigens an der gelben Blume und an der SL (=Slim Line), dass es sich um einen Frauenrucksack handelt.)

Die Variante für Männer: Deuter Air Contact 65+10

Osprey Aura AG 50 Liter – der ist zwar etwas kleiner, hat aber auch ein super Tragesystem und eignet sich mit integriertem Trinksystem vor allem für echte Trekkingtouren.

Die günstige Alternative: Quechua Symbium Access 70+10
Hätte ich nicht einen Bandscheibenvorfall und würde wirklich super viel Wert auf das Rückensystem legen, wäre es dieser hier für mich geworden. Preis-Leistung absolut unschlagbar.

Eine Nummer kleiner: Quechua Symbium Access 50+10 

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